Unglückstour 2026

Vorbesprechung am 1. April zur geplanten Tour nach Griechenland im Restaurant Olymp in Wr. Neustadt.

So sieht der Plan der Reise aus:

Wir hatten also einen Plan. Einen guten Plan. Ewald hatte alles perfekt und genau ausgearbeitet. Alle Tagestouren, Sehenswürdigkeiten, Fotostopps, Pausen, Unterkünfte,… Aber dann sollte alles ganz anders kommen.

7.9.
Treffpunkt Autobahnstation Natschbach für Alfi, Ewald, Frank, Michi, Robert und Thomas. Von hier weiter nach St. Marein. Dort wartet schon Franz. Wir sind komplett und starten über die S6 und die A2 bis Griffen zum Tankstopp.

Danach bis Bleiburg zur Mittagspause. Nach der Pause trennen wir uns und die Offroadfraktion (Frank, Franz und Ewald) nimmt eine erste Schotterpassage zum Wistrasattel in Angriff. Dort sollten wir uns in einem Gasthaus wieder treffen.

Doch das Gasthaus ist geschlossen, also vereinbaren wir unseren nächsten Treffpunkt am Bleder See im Devil’s Cafe.

Nach Kaffee und einer herrlichen Cremeschnitte wollen wir ins Hotel Leski Dvor im ca. 5km entfernten Lesce fahren.

Das klappt erst mal nicht. Roberts XT streikt. Kein Saft. Zündschlüssel gedreht, nichts leuchtet. Schon beim Zufahren zum Parkplatz ist die Yamaha beim Einlenken abgestorben. Thomas untersucht die Sicherungen, Starthilfe über ein anderes Motorrad, alles ohne Erfolg. Also Anruf beim ARBÖ zwecks Pannenhilfe. Die kommt gegen 20:30. Das Motorrad wird abtransportiert. Schlechter kann der erste Tag der Tour nicht enden. Sollte für einen die Reise schon hier zu Ende sein? Robert fährt mit dem Abschleppwagen mit, der bringt ihn zum Hotel, wo wir dann auch schon sind.

Zum Glück bekommen wir hier kurz vor 22h noch etwas zu essen. Dann kommt aber eine positive Nachricht vom Pannenfahrer, der sich das Problem noch in seiner Garage angesehen hat. Die Hauptsicherung (50A!) ist durchgebrannt. Sicherung ausgetauscht und das Bike läuft wieder. Er wird das Motorrad am nächsten Morgen zum Hotel bringen. Das stimmt wieder positiv.

8.9.
Der heutige Tagesplan wird leicht abgeändert. Die Offroader haben wieder ein paar Kilometer Schotterstraße vor sich.

Robert möchte in eine Motorradwerkstatt nach Kranj fahren, um sicherzugehen, dass jetzt alles passt und eine Weiterfahrt problemlos möglich ist. Alfi und Frank kümmern sich in der Zwischenzeit um den Check-In für die Fähre nach Patras. Nachdem Robert das Ok von der Werkstatt bekommen hat, treffen sich Alfi, Michi und Thomas mit ihm beim geplanten Fotostopp am Denkmal in Drazgose. Dort angekommen ist Robert schon da. Aber leider nicht mit guten Nachrichten. Die XT streikt schon wieder! Wieder die Sicherung. Nur rund 400m weiter, zum Glück bergab, ist ein Gasthaus.

Dort wird wieder einmal zerlegt und nach der Ursache gesucht. Thomas findet dann schließlich ein durchgescheuertes Kabel das jedes Mal beim Rechts einschlagen am Rahmen einen Kurzschluss verursacht. Das Kabel wird isoliert und einer Weiterfahrt steht nichts mehr im Wege. Robert hat sich aber schon dazu entschlossen, die Tour abzubrechen und von hier nach Hause zu fahren. Alles zureden hilft leider nichts, und so fahren wir ab hier nur noch zu sechst. Da es schon später am Nachmittag ist und wir noch ein ganzes Stück (über 200km) bis Venedig haben, werden die restlichen Wegpunkte gestrichen und direkt das Hotel Palladio angesteuert. Ewald übernimmt die Führung und einige Zeit später überqueren wir die Grenze von Slowenien nach Italien. Auf der A4 sollten wir dann recht zügig bis Venedig gelangen. Doch ein Stau, kurz nachdem wir auf die Autobahn aufgefahren sind, bremst uns gleich mal ein. Mit dem Motorrad kann man die entstehenden Lücken jedoch recht gut nutzen und kommt halbwegs weiter. Es ist kurz vor 17h als ein BMW-Fahrer einen plötzlichen Spurwechsel macht und Ewald übersieht, der direkt vor einem LKW fährt. Ewald kann den Unfall nicht mehr verhindern und prallt mit seinem Motorrad gegen die Beifahrertüre des PKW. Ewald fliegt über die Motorhaube und landet neben seinem Motorrad auf der Straße. Hoffentlich ist nichts schlimmes passiert. Ewald ist aber gleich wieder auf den Beinen, aus Angst von einem nachfolgenden Fahrzeug überrollt zu werden. Jetzt ist die Reise wohl endgültig vorbei.

Die nächsten 1 1/2 Stunden vergehen mit Unfallaufnahme durch die Polizei, Abtransport der Unfallfahrzeuge und die Rettung bringt Ewald zur Sicherheit zu einer Kontrolle in ein Krankenhaus im nahegelegenen Palmanova. Franz fährt hinter dem Rettungsfahrzeug mit bis zum Krankenhaus, um Ewald dort zu unterstützen. Der Rest folgt dann nachdem alles am Unfallort abgeschlossen ist. Nach MR und Röntgen steht fest, es ist nichts gebrochen, nur ein paar Prellungen. Die GS1300 von Ewald hat es da schlimmer erwischt. Die fährt nicht mehr. Am Parkplatz vor dem Krankenhaus teilt uns Franz mit, dass er am nächsten Tag nach Hause fahren wird. Mittlerweile ist es 19:30 und bis Venedig würden wir es heute sowieso nicht mehr schaffen. Also beschließen wir, nach diesem Vorfall die Tour abzubrechen. Wir suchen Zimmer für uns in der näheren Umgebung. Im Hotel Villa Strassoldo werden wir fündig und Alfi, Frank, Michi und Thomas fahren dorthin. Franz wartet noch auf Ewald, der dann mit dem Taxi zum Hotel kommt. So können wir diesen unglücklichen Tag gemeinsam noch ausklingen lassen.

9.9.
Heute haben wir keine Eile mit dem Frühstück, da wir am Abend noch beschlossen haben heute für ein paar Tage nach Grado zu fahren.

Kurz nach der Abfahrt von Franz beginnt es zu stürmen und heftig zu regnen. Da wir aber sowieso noch warten wollen bis Susanne aus Wr. Neustadt ankommt um Ewald abzuholen, stört das nicht allzu sehr. Gegen 13h trifft der private Rückholdienst für Ewald ein und wir machen uns nach einem emotionalen Abschied auf nach Grado. Dort wollen Alfi, Frank, Michi und Thomas 2 Tage ohne motorradfahren verbringen um das Geschehene zu verarbeiten.

10.9.
Morgens auch hier ziemlich viel Regen. Aber am Nachmittag bleibt Zeit für eine Genuss- und Sightseeingtour.

11.9.
Heute genießen wir den Strand, zumindest das was bei Ebbe da ist. Und spielen eine Runde Adventuregolf.

12.9.
Tag der Heimreise. Heute soll es bis Ligist ins Hotel Enzianhof gehen. Oder auch nicht. Bei der Abfahrt vom Hotelparkplatz taucht Michi nicht auf. Sein Motorrad ist angesprungen, aber nach 10 Metern wieder abgestorben und nichts geht mehr. Thomas ist wieder mal am Suchen. Einige Versuche später und bevor die Batterie ganz leer ist, ruft Michi beim ÖAMTC an. Der schickt dann einen Pannendienst vorbei. Aber auch der findet den Fehler nicht. Also wieder mal in eine Werkstatt bringen. Der Mechaniker meint, wir sollen die BMW in die 2,5 km entfernte Werkstatt schieben. Das lehnen wir ab. Dann kommt er mit einem Transporter. Über eine Holzplanke wird die BMW in den Wagen geschoben und ein Helfer setzt sich auf das Bike und hält sie so fest. Ohne Verspannungen und Befestigungen. Michi fährt mit und Frank spaziert zur Werkstatt. Mittlerweile ist wieder einige Zeit vergangen und wir machen uns Gedanken ob wir nicht vielleicht noch eine Nacht hier verbringen müssen. Dazu brauchen wir aber wieder ein Zimmer. Es ist hier im Hotel aber nur noch ein Zimmer frei, und das nur für 3 Personen. Die Dame an der Rezeption meint, sie können noch ein Bett dazu stellen. Das geht sich schon aus, meint sie. Wir müssen aber rechtzeitig bescheid geben, da die Zimmer sehr gefragt sind. Es ist schließlich Wochenende. Bis kurz nach Mittag wissen wir noch nicht ob und wann die BMW wieder laufen wird, also sichern wir uns das Zimmer. Um 15h dann die Nachricht, dass das Motorrad wieder läuft. Es war Wasser im Tank! Wahrscheinlich durch den starken Regen in Verbindung mit dem Wind, kam Wasser durch die Dichtung beim Tankdeckel in den Tank.

Schaut mehr nach Schlafsaal in einer Jugendherberge aus 🙂

13.9.
Aber jetzt! Heute klappt es endlich.

Nach Slowenien, durch das Soca-Tal nach Kranjska Gora über die Grenze nach Österreich und bis Ligist. Im Hotel Enzianhof hat damals Paul mit dem Tennisspielen begonnen. Also quasi zurück zu den Anfängen.

14.9.
Letzter Tag. Gestärkt durch die Spezialität des Hausherrn zum Frühstück, Eierspeise mit Kernöl, fahren wir los und wollen am Heimweg noch Ewald besuchen. Auch Franz und Robert werden kommen. So können die Grappas noch gemeinsam Mittagessen und nach Kaffee und Kuchen machen sich alle auf den Heimweg.

Was bleibt? Es hat nicht sollen sein. Zum Glück ist nichts schlimmeres passiert. Die blauen Flecken vergehen, die Schäden können repariert werden. Die Tour ohne Ewald, Robert und Franz fortzusetzen machte für mich keinen Sinn, zumal Ewald viel Zeit investiert hat um das alles zu planen und vorzubereiten. Aber am 10. Mai 2027 starten wir wieder.
Alfi